Fristen nach § 128a BO für Wien

Bauwerksbuch Wien: Fristen 2027 und 2030

Für viele Wiener Bestandsgebäude gelten feste Stichtage. Entscheidend ist grundsätzlich das Jahr der Ersterrichtung – nicht das Jahr eines späteren Umbaus. Zusätzlich müssen mögliche Ausnahmen und andere Pflichtgründe geprüft werden.

Kurzantwort

Für Gebäude, die vor dem 1. Jänner 1919 errichtet wurden, endet die gesetzliche Frist grundsätzlich am 31. Dezember 2027. Für Gebäude ab 1. Jänner 1919 und vor 1. Jänner 1945 gilt grundsätzlich der 31. Dezember 2030. Ausnahmen und behördliche Einzelaufträge sind gesondert zu prüfen.

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31. Dezember 2027: Gebäude vor 1919

Wurde das Gebäude vor dem 1. Jänner 1919 errichtet, ist das Bauwerksbuch grundsätzlich bis Ende 2027 zu erstellen und in der Bauwerksbuchdatenbank zu registrieren.

Die verbleibende Zeit sollte nicht nur für die eigentliche Begehung gerechnet werden. Oft müssen davor Eigentümerunterlagen gesichtet, Vollmachten organisiert sowie Pläne und Bescheide beschafft werden.

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31. Dezember 2030: Gebäude von 1919 bis 1944

Für Gebäude, die zwischen dem 1. Jänner 1919 und vor dem 1. Jänner 1945 errichtet wurden, gilt grundsätzlich der 31. Dezember 2030.

Hausverwaltungen mit mehreren Objekten profitieren davon, beide Fristgruppen gemeinsam zu erfassen und die Aktenbeschaffung über mehrere Jahre zu staffeln.

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Gebäude ab 1945: Bauakt und Anlass prüfen

Die beiden Altbaufristen nach § 128a Abs. 3 erfassen Gebäude aus der Zeit vor 1945. Ein späteres Errichtungsjahr ist jedoch kein pauschaler Nachweis, dass überhaupt kein Bauwerksbuch erforderlich ist.

Bei Neu-, Zu- und Umbauten kann die Fertigstellungsanzeige maßgeblich sein; außerdem kann die Behörde im begründeten Einzelfall die Erstellung innerhalb einer eigenen Frist auftragen. Deshalb prüfen wir neben dem Baualter auch den Bauakt und vorhandene behördliche Schreiben.

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Welche Ausnahmen gibt es?

Kleingartenhäuser, Kleingartenwohnhäuser und Gebäude mit einer bebauten Grundfläche von nicht mehr als 50 m² sind grundsätzlich von der Erstellungspflicht ausgenommen.

  • Maßgeblich ist die bebaute Grundfläche, nicht automatisch Nutz- oder Wohnfläche.
  • Ein behördlicher Auftrag kann eine eigene Frist auslösen.
  • Bei bestimmten Neu-, Zu- und Umbauten ist die Fertigstellungsanzeige maßgeblich.
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So prüfen Sie einen unklaren Fristfall

Eine automatische Adressauskunft ist ein erster Hinweis, kein Nachweis des Errichtungsjahres. Für die verbindliche Einordnung werden zuerst die vorhandenen Baubewilligungen und Fertigstellungsunterlagen einem konkreten Baukörper zugeordnet. Fehlen Unterlagen, wird die Akte der MA 37 geprüft.

Bei mehreren Baukörpern auf einer Liegenschaft dokumentieren wir den Befund je Baukörper. Ob eine gesetzliche Ausnahme oder ein gesonderter behördlicher Auftrag vorliegt, muss ebenfalls anhand der Unterlagen geprüft werden. Bis dahin kennzeichnen wir die Frist als vorläufig.

  • Adresse und alle Baukörper eindeutig erfassen
  • Jahr der Ersterrichtung durch Akten belegen
  • Bebaute Grundfläche und Ausnahmen prüfen
  • Vorläufige Einschätzung und bestätigte Frist getrennt festhalten
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Warum früh beginnen?

Sind Bauakt, Baubescheide oder Pläne unvollständig, kann die Planeinsicht im Archiv der MA 37 erforderlich werden. Die offiziellen Erläuterungen weisen auf begrenzte Kapazitäten und mögliche mehrmonatige Wartezeiten hin.

Darum beginnen wir mit der Aktenprüfung am Anfang des Projekts. So läuft die Beschaffung parallel, statt erst kurz vor Ablauf der Frist zum Problem zu werden.

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Wenn es knapp wird: drei Schritte statt Panik

Eine gesetzliche Frist verschwindet nicht dadurch, dass die Aktenlage schwierig ist oder ein Dienstleister spät beauftragt wurde. Ist der Stichtag nah oder bereits überschritten, hilft eine feste Reihenfolge. Eine automatische Nachfrist lässt sich aus der allgemeinen Regel nicht ableiten.

Die Bauordnung enthält allgemeine Verwaltungsstrafbestimmungen. Ob und welche konkrete Folge im Einzelfall eintritt, hängt von Sachverhalt und behördlichem Verfahren ab; diese Seite nennt deshalb bewusst keinen pauschalen Strafbetrag. Liegt bereits ein Schreiben der Behörde vor, sollte zusätzlich fachlicher beziehungsweise rechtlicher Rat für den konkreten Fall eingeholt und die zuständige Stelle der MA 37 kontaktiert werden.

  • Schritt 1, Pflicht und Stichtag verifizieren: Ersterrichtungsjahr, Gebäudetyp, bebaute Grundfläche und mögliche behördliche Einzelaufträge prüfen. Spätere Zu- oder Umbauten ändern nach den Erläuterungen der MA 37 nicht automatisch das Jahr der Ersterrichtung.
  • Schritt 2, den Stand beweisbar machen: eine kurze Bestandsliste vorhandener und fehlender Bewilligungen und Pläne, Vollmacht und bereits angefragte befugte Person. Anfragen, Terminbestätigungen und Übergaben geordnet aufbewahren; das ersetzt die Erfüllung nicht, spart aber eine zweite Bestandsaufnahme.
  • Schritt 3, die kritische Kette starten: Aktenprüfung, gegebenenfalls Planeinsicht parallel zur fachlichen Terminplanung, Erstprüfung, Bestätigungen, Registrierung. Bei mehreren Häusern zuerst die überfälligen, dann die zeitkritischen Objekte.

Häufige Fragen

Welche Frist gilt, wenn das Haus vor 1919 gebaut, aber später umgebaut wurde?

Maßgeblich ist das Jahr der Ersterrichtung, nicht das Jahr eines späteren Umbaus. Ein vor 1919 errichtetes und später saniertes Haus fällt daher grundsätzlich in die Fristgruppe bis 31. Dezember 2027. Nach den Erläuterungen der MA 37 ändern spätere Zu- oder Umbauten das Errichtungsjahr nicht automatisch; bei bestimmten Neu-, Zu- und Umbauten ist allerdings die Fertigstellungsanzeige maßgeblich.

Gilt die Frist auch für ein Einfamilienhaus?

Ja, sofern keine Ausnahme greift. Ausgenommen sind grundsätzlich Kleingartenhäuser, Kleingartenwohnhäuser und Gebäude mit höchstens 50 m² bebauter Grundfläche. Entscheidend ist die bebaute Grundfläche, nicht die Nutz- oder Wohnfläche. Ein gewöhnliches Einfamilienhaus aus der Zeit vor 1945 braucht das Bauwerksbuch daher innerhalb seiner Fristgruppe.

Woher weiß ich, wann mein Haus errichtet wurde?

Das Errichtungsjahr ergibt sich aus Baubewilligung, Fertigstellungsanzeige oder Benützungsbewilligung im Bauakt. Fehlen diese Unterlagen, hilft die Planeinsicht bei der MA 37. Für eine erste Einordnung schätzt unser Preisrechner Baujahr und Fristgruppe anhand der Gebäudeadresse; das Ergebnis ersetzt die Prüfung des Bauakts nicht.

Wann sollte ich beginnen, wenn die Frist erst 2030 endet?

Früher, als die Frist vermuten lässt, sobald der Bauakt unvollständig ist. Fehlen Bewilligungen oder Pläne, führt der Weg über das Planarchiv der MA 37, dessen Kapazität begrenzt ist und für das die Erläuterungen mehrmonatige Wartezeiten nennen. Beide Fristgruppen greifen auf dasselbe Archiv zu, und die Gebäude mit Frist 2027 belegen es zuerst.

Was passiert, wenn die Frist versäumt wird?

Die Bauordnung enthält allgemeine Verwaltungsstrafbestimmungen; welche Folge im Einzelfall eintritt, hängt von Sachverhalt und Verfahren ab, weshalb diese Seite keinen pauschalen Strafbetrag nennt. Eine automatische Nachfrist lässt sich aus der Regel nicht ableiten. Sinnvoll ist, Pflicht und Stichtag zu verifizieren, den Stand beweisbar zu machen und die Kette aus Aktenprüfung, Erstprüfung und Registrierung sofort zu starten.

Quellen zum Beitrag · Bearbeitungsstand 12. Oktober 2026

Rechtliche Angaben sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls. Preise und Leistungsumfang sind eigene Angaben von Bauwerksbuch Wien 24.

§ 128a Bauordnung für Wien – geltende Fassung →MA 37 – Erläuterungen zum Bauwerksbuch (PDF) →Stadt Wien – Bauwerksbuch registrieren →

Verantwortlichkeit: Redaktion und Quellenarbeit erläutern wir auf unserer Über-uns-Seite. Die fachliche Erstellung und Erstprüfung eines konkreten Bauwerksbuchs übernehmen entsprechend befugte, unabhängige Personen aus unserem Pool.

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